Software mit KI modernisieren – der Blueprint aus der Praxis

Eine geschäftskritische Pflegesoftware, gewachsen auf Oracle und PL/SQL, soll auf Azure, .NET und React – ohne dass sich eine einzige fachliche Funktion ändert. In einer Workshop-Woche haben wir dafür eine Methodik entwickelt und dreimal am echten System getestet. Das Ergebnis ist ein Blueprint, der zeigt, wo KI bei der Modernisierung wirklich Zeit spart – und wo sie ohne menschliche Führung Schaden anrichtet.

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1 Woche vom Legacy-Code zum belastbaren Blueprint1 Woche

vom Legacy-Code
zum belastbaren Blueprint

3 Prototyp-Iterationen in einer Workshop-Woche3 Prototypen

jede Iteration besser
als die vorherige

19 Inkonsistenzen vor der ersten Zeile Code aufgedeckt19 Inkonsistenzen

gefunden, bevor die
erste Zeile Code entstand

0 kritische technische Schulden im dritten Prototyp-Durchlauf0 kritische Schulden

im dritten Durchlauf und
damit direkt weiterentwickelbar

Das Projekt: bewährte Software, veralteter Unterbau

Ein führendes Hygiene- und Gesundheitsunternehmen betreibt eine Pflegemanagement-Software, mit der Altenpflegeeinrichtungen in fünf Ländern Bewohnerdaten verwalten, Versorgungspläne erstellen und Bestellungen auslösen. Fachlich ist die Anwendung über Jahre gereift. Technisch steht sie am Ende ihres Lebenszyklus: Oracle-Datenbank, Geschäftslogik in PL/SQL, kaum noch Entwickler, die beides beherrschen.


Das Ziel: eine Cloud-Architektur auf Microsoft Azure mit .NET und React – bei identischem Funktionsumfang. Die eigentliche Frage war nicht, ob KI dabei hilft. Sondern wo genau, unter wessen Kontrolle, und woran man merkt, dass es funktioniert.

Migration einer Legacy-Anwendung von Oracle PL/SQL zu einer Cloud-Architektur mit Microsoft Azure, .NET und React
KI schafft bei der Softwaremodernisierung den größten Mehrwert, bevor Code entsteht: bei der Anforderungsanalyse, der Architekturabsicherung und der Konsistenzprüfung. Über den Projekterfolg entscheidet nicht das KI-Modell, sondern die Qualität der Spezifikation.
Diese Erkenntnis widerspricht der üblichen Erwartung, KI-Nutzen an generierten Codezeilen zu messen. In unserem Workshop entstand der messbare Vorsprung in den Phasen davor – dort, wo Fehler am teuersten sind.
Phase 1 Analyse: Entwickler untersucht Abhängigkeitsgraph des Legacy-Systems mit markiertem Risiko
Phase 1: Analyse – erst verstehen, dann generieren

Am Anfang steht kein Prompt, sondern Inventur: Quellcode, Datenmodell, Schnittstellen, Dokumentation und das Wissen der Menschen, die das System seit Jahren betreiben. Eine Erfahrung aus dem Workshop, die man selten liest: Für den Ersteindruck und die grundlegenden Architekturentscheidungen braucht es erfahrene Entwickler, nicht KI. Danach spielt die KI ihre Stärke aus – sie erklärt Legacy-Code, kartiert Abhängigkeiten und markiert Risiken schneller, als ein Mensch die Dateien öffnen kann.

Phase 2 Spezifikation: KI prüft Anforderungs-Checkliste und deckt eine Lücke auf
Phase 2: Spezifikation – die KI als Lückenfinder

Eine KI kann fehlende Informationen nicht ersetzen, aber sie findet sie zuverlässig. In dieser Phase prüft sie Anforderungen auf Vollständigkeit und Widersprüche und stellt die Fragen, die sonst erst mitten im Sprint auffallen. Im Workshop deckte eine mehrstufige Konsistenzprüfung 19 Widersprüche zwischen Datenbankschema, Architekturdokumenten und Anforderungen auf – vor der ersten Zeile Code. Die Alternative wären 19 einzelne Abstimmungsrunden gewesen, verteilt über Monate.

Phase 3 Implementierungsplan: geplante Route mit Quality Gates und simulierter Dry-Run-Route auf einer Blaupause
Phase 3: Implementierungsplan und Dry Run

Bevor produktiver Code entsteht, schreibt die KI einen Plan: Reihenfolge, Schnittstellen, Technologieversionen, Quality Gates – und explizit auch, welche Ressourcen sie nicht verwenden darf. Dann folgt der Dry Run: Die KI prüft ihren eigenen Plan auf Widersprüche, ohne das System anzufassen. Fehlannahmen kosten hier eine Korrekturschleife statt eines Refactorings.

Phase 4 Implementierung: KI generiert Code, Entwickler prüft und gibt frei
Phase 4: Implementierung mit Kontrolle nach Maß

Erst jetzt wird Code generiert →  in einem von drei Modi, je nachdem, wie kritisch der Baustein ist. Das Team prüft, korrigiert und entscheidet – über Architektur, Sicherheit und fachliche Korrektheit. Human-in-the-Loop ist hier kein Feigenblatt, sondern ein eingeplanter Checkpoint nach jeder Phase.

Drei Ausführungsmodi der KI-Codegenerierung zwischen Autonomie und Kontrolle: Exploration ohne Checkpoints, Controlled mit Checkpoint nach jeder Phase, Guided mit Checkpoint nach jedem Task

Wie viel darf die KI allein? Drei Ausführungsmodi

Wie viel Autonomie verträgt KI-gestützte Codegenerierung? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was auf dem Spiel steht. Deshalb arbeitet unsere Methodik nicht mit einer festen Einstellung, sondern mit drei bewusst wählbaren Ausführungsmodi.

Im Exploration-Modus läuft die KI ohne Checkpoints durch. Das ist der schnellste Weg zu einem Ergebnis – und genau richtig, wenn das Ergebnis eine Erkenntnis sein soll, kein Produkt: Machbarkeitsstudien, Prototypen, technische Experimente. Unsere drei Prototyp-Iterationen im Workshop sind so entstanden.

Der Controlled-Modus ist der Standard für produktionsnahe Portierung. Die KI arbeitet eine Phase eigenständig ab, dann prüft das Team: Stimmt die Architektur? Hält sich die Umsetzung an den Plan? Erst nach der Freigabe geht es weiter. So bleibt das Tempo hoch, ohne dass Fehlentwicklungen unbemerkt wachsen.

Im Guided-Modus steht nach jedem einzelnen Task ein Checkpoint. Das kostet Geschwindigkeit – und ist sie wert, wenn kritische Geschäftslogik übertragen wird, bei der ein stiller Fehler teurer ist als jede Verzögerung.

Welcher Modus der richtige ist, entscheidet nicht die KI, sondern das Team – pro Baustein, nicht pro Projekt.

Drei vollständige Iterationen zeigten eine klare Lernkurve. Der erste Durchlauf lief ohne Spezifikation: funktionierender, aber ungeordneter Code. Der zweite, mit Grundspezifikation, wurde besser – die KI füllte Lücken mit eigenen Annahmen. Der dritte Lauf bekam vollständige Architektur, Implementierungsplan und nicht-funktionale Anforderungen. Ergebnis: aktuelle Packages, saubere Struktur, keine kritischen technischen Schulden. Das Entwicklungsteam bewertete den Stand als direkt weiterentwickelbar.

„Die Woche war bombastisch.“

- Tech Lead des Kunden – sein Feedback nach der Anforderungsphase: „Ergebnisse von Claude sind sehr gut.“
 

Drei Prototyp-Iterationen im Vergleich: ohne Spezifikation ungeordnet, mit Grundspezifikation teilweise strukturiert, mit vollständiger Spezifikation direkt weiterentwickelbar

Drei Dinge, die Ihnen kaum jemand sagt

Icon: KI weicht von expliziten Vorgaben ab

KI ignoriert gelegentlich explizite Vorgaben. Im Workshop wählte sie trotz klarer Anweisung eine andere Framework-Version und CSS statt SCSS. Kritische Vorgaben gehören deshalb mehrfach in den Plan – direkt in die betroffenen Arbeitsschritte, nicht nur in die Präambel.

Icon: KI erweitert ihren Auftrag ohne gesetzten Rahmen

KI erweitert ihren Auftrag, wenn niemand den Rahmen setzt. Sie nutzt alles, was sie findet – auch Artefakte, die das Team längst verworfen hat. Verbotenes muss schriftlich verboten werden.

Icon: KI-Iterationen ohne menschlichen Stopp enden nie

KI sagt nie „passt, ist fertig“. Sie findet immer noch etwas zu verbessern. Wann eine Iteration gut genug ist, bleibt eine menschliche Entscheidung – sonst verfeinert man endlos ohne Mehrwert.

Der Modernisierungs-Workshop: eine Woche, die Klarheit schafft

Wir bringen erfahrene Entwickler und die erprobte Methodik mit, Sie Ihr System und Ihr Fachwissen. Gemeinsam analysieren wir Ihre Anwendung, bauen eine geprüfte Spezifikation und testen die Portierung an einem echten Ausschnitt Ihres Systems.

Nach fünf Tagen haben Sie: einen belastbaren Blueprint für die Modernisierung, einen lauffähigen Prototyp und eine ehrliche Antwort darauf, wo KI Ihrem Team Zeit spart – und wo nicht. Die Methodik ist werkzeugagnostisch: Sie funktioniert mit Claude, GitHub Copilot oder Ihrem internen Sprachmodell.

Workshop anfragen +49 (351) - 45252-31
Philipp Menzel

FAQ

KI beschleunigt Analyse, Spezifikation und Implementierung erheblich, aber Architekturentscheidungen, fachliche Bewertung und Qualitätskontrolle brauchen erfahrene Entwickler. 

Vollautonome Modernisierung geschäftskritischer Software erzeugt Code, der funktioniert, aber schwer wartbar ist – das hat sich im Projekt konkret gezeigt.

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